Kugel Architekten, Stuttgart
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  • Innenhof mit aufgespannter Membrane
  • Verfahrbare Dachmemrane im Innenhof
  • Aufsicht Membrandach vor historischer Fassade
  • Gefaltete Dachhaut und Hauptfassade Künstlerhaus
  • Hoch transluzente Membrane aus PTFE-Gewebe
  • Perspektive Dach geschlossen
  • Membrane mit Fahrmechanismus am zentralen Knoten
  • Membrane mit Trag- und Reffseilen aus Edelstahl
  • Rastmechanismus auf Tragseil
  • Auffahrendes Membrandach
  • Wandelbares Dach in Bewegung
  • Montage des textilen Gewebes im Innenhof

Münchner Künstlerhaus, wandelbares Membrandach im Innenhof

Das Münchner Künstlerhaus wurde als eine Begegnungsstätte zwischen Kunst und Gesellschaft konzipiert, von Gabriel von Seidl im Geiste des Historismus erbaut und um 1900 durch Prinzregent Luitpold von Bayern eingeweiht. Nach wechselvoller Geschichte mit Zerstörung Krieg und Wiederaufbau, dient der denkmalgeschützte Bau im Herzen von München heute wieder seiner ursprünglichen Bestimmung. Getragen durch die Münchner Künstlerhaus-Stiftung bietet das Haus in seinen prächtigen Räumlichkeiten ein vielseitiges Kulturprogramm und spielt mit vielfältigen Kunstausstellungen, Konzerten, Lesungen und Veranstaltungen aller Art eine zentrale Rolle im Kulturleben Münchens.

Der Innenhof des Künstlerhauses bietet einen geschützten Freibereich, der gerne in Veranstaltungen und Empfänge mit einbezogen wird. Um den Hof zukünftig wetterunabhängig nutzbar zu machen, wurde ein temporärer Witterungsschutz konzipiert und in Form einer wandelbaren Membranüberdachung realisiert.

In der Entwurfsphase wurden verschiedene Alternativen einer Überdachung des Hofes gegenübergestellt und bewertet. Die Bauherrschaft entschied sich für eine wandelbare Membranüberdachung, die den Open-Air-Charakter des Hofes bestmöglich bewahrt und trotzdem innerhalb kürzester Zeit aufgespannt werden kann. Die schützende Membrane hält ringsum etwas Abstand von den Fassaden und überdacht eine Grundfläche von 210m². Zusammengefaltet wird die textile Dachhaut in der nördlichen Ecke des rechteckigen Hofraumes kompakt geparkt. Während des Verfahrens wird das Tuch mit Gleithülsen entlang von 4 Tragseilen bewegt, die fächerförmig vom zentralen Knoten der Konstruktion zu Befestigungspunkten an den Fassaden gespannt sind. Die Ränder der Membrane bewegen sich mittels Gleitwagen entlang von Führungsschienen vor der südöstlichen und südwestlichen Fassade. Über einen zentralen Antriebsmechanismus werden die Reffseile aller sechs Achsen im Reversierbetrieb geführt. Die Antriebseinheit bringt die Dachhaut mit notwendiger Vorspannung bis in die Endposition und wird von einem einzigen Elektromotor bewegt. Dieses innovative und geschützte Antriebssystem wurde von uns speziell für zentral raffbare Membrandächer kleinerer und mittlerer Größe entwickelt. Es benötigt keine komplizierte Steuerung und erlaubt große Kosteneinsparungen im Vergleich zu bisherigen Konstruktionen, die in jeder Bewegungsachse Antriebseinheiten einsetzten.

Für die Membrane wurde ein hochwertiges PTFE-Gewebe der Firma SEFAR eingesetzt (Tenara 4T40). Dieses transluzente Architekturgewebe für den Außenbereich erzeugt kühlen Schatten bei einem Lichtdurchgang von 40%. Das Teflon-Material ist schmutzabweisend, UV-beständig, chemisch inert und zeichnet sich durch eine sehr hohe Lebensdauer aus.


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Ausdruck vom: 09.12.2018
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